Großsedlitz - die Doppelfiguren

 Großsedlitz



Die Doppelfiguren


Großsedlitz gilt als das sächsische Versailles und liegt vor den Toren Dresdens.

Der Barockgarten entstand unter der Regierung von August dem Starken. Allein die Architekturen fehlen, nur der Park wurde ausgeführt. In diesem Zeitraum entstanden Figuren von hoher bildhauerischer Qualität. Er zeigt 64 Statuen aus Sandstein. Es gibt acht Doppelfiguren, von denen die sechs unteren am Verlauf der Waldkaskade hier vorgestellt werden.

 

Die Plastiken bieten eine hohe Qualität, die Doppelfiguren befinden sich am unteren Ende der Waldkaskade unter dem oberen Orangerieparterre und zeigen höchste Ansprüche in der Ausführung. Es werden mythologische Szenen geschildert, die die barocke Gesellschaft durch den Park geleiten sollte.

 


Blick auf die Doppelfiguren

 



Apollo und Daphne


Der junge Apollon, Gott des Lichtes, hatte sich in Daphne, eine junge, schöne Nymphe verliebt. Sie floh, ängstlich und zurückgezogen. Sie erkannte jedoch Apollos hehre Absichten nicht. Vor ihm zurückweichend verwandelte sie sich in einen Lorbeerbaum. Apollo trägt seitdem einen Kranz aus Lorbeerblättern.

 

 

 


Pan und Syrinx


Pan war ein Fabelweesen, halb Tier, halb Mensch. Er begehrte die hübsche Nymphe Syrinx, die seinen Nachstellungen allerdings entfloh. Sie verwandelte sich mithilfe ihrer nymphischen Freundinnen in ein Schilfbündel. Pan schnitt einige Stengel und verband sie zu einer Flöte, die ihn seitdem begleitete.

 

 

 



Meleager und Atalante


Meleagers Vater hatte der Göttin Diana/Artemis den Tribut versagt, der ihr zustand. Daraufhin sann sie nach Rache. Aus Rache sandte sie den Kalydonischen Eber, der die Fluren verwüstete.

Der König rief zur Jagd, an der auch Meleager teilnahm. Auch die Jägerin Atalante nahm an der Hatz teil. Sie traf das Tier als erste. Die Verletzungen waren jedoch nicht tödlich. Schließlich streckte ein Stoß von Meleager das Tier nieder. Und Atalante, die Meleager zugetan war, erhielt von ihm als Geschenk den Kopf.

 

 


Ceyx und Alkyone


Tragisch endete die Geschichte des Ehepaares von Ceyx und Alkyone. Er beabsichtigte, eine Seereise zu unternehmen, um ein Orakel zu befragen. Trotz ihrer Bitten, die Reise abzusagen, unternahm er sie. Er ging unter und ertrank. Vergeblich hoffte die Gattin auf seine Rückkehr. Die Gattin stürzte sich ins Meer. Von der Treue angetan, verwandelten die Götter beide in Eisvögel.

 

 




Flora und Zephir


Flora trägt die für sie übliche Blumengirlande im Arm. Zephir gilt als sanfter, feuchter Wind, ein Frühlingsbote. Er verliebt sich in die schöne Nymphe Chloris und verwandelte sie in die Blumengöttin Flora.

Zephir hatte sie nicht sanft erobert, doch Flora zeigte sich letztendlich doch zufrieden, da er sie zu seiner Gemahlin genommen hatte. 

 

 

 


Bacchus und Ariadne


Auf der Insel Kreta wütete das Ungeheuer Minotaurus: die Athener hatten ihm jährlich 7 Jungen und 7 Mädchen zu opfern. Theseus, der Sohn des Königs von Kreta tötete das Ungeheuer in einem Labyrinth. Ariadne, Tochter des Königs, hatte sich in ihn verliebt und schenkte ihm ein Wollknäul, mit dem er den Weg zurückfand. Auf Naxos ließ er sie jedoch zurück. Bacchus fand sie dort und verliebte sich in sie. Bei der Heirat setzte er ihr eine Krone auf.


In Großsedlitz wird die Szene dargestellt, wo Bacchus der schlaftrunkenen, zurückweichenden Ariadne die Krone aufsetzt. Bacchus Haupt ist mit Lorbeer bekrönt.


Der Schöpfer der Doppelfiguren war Johann Benjamin Thomae (1682-1751).


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Dagmar Radons

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01172 Dresden


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