"Der Schrei" von Edvard Munch

 




Edvard Munch: „Der Schrei“


Edvard Munch wurde am 12.12.1863 in Christiania (Oslo) geboren und starb am 23.2.1944 auf seinem Landgut Ekely (Norwegen).


Edvard Munch gilt als einer der herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.


Er war Avantgardist, Sympathisant und Teilnehmer der Boheme in Christiania. Später in Berlin war er in der Gruppe um das „Schwarze Ferkel“, und er war Individualist.


Er war hochsensibel und stellte menschliche Seelenprozesse dar, die auf dem Beobachten psychischer Prozesse beruhten.


Seiner Fähigkeit, menschliche Empfindungsprozesse darzustellen, liegt eine Erfahrung und Grunderlebnis zugrunde: das Sterben seiner Schwester an Tuberkulose in seiner Kindheit, ihr folgten später die Mutter und zwei weitere Geschwister, ebenfalls an Lungenleiden. Sein Vater war Arzt. Aber gegen Tuberkulose gab es im 19. Jahrhundert keine Medizin.


Munch selbst litt an einer chronischen Bronchitis. Er brach deswegen sein Ingenieur-Studium ab und wurde Maler. Da es in Norwegen keine Kunstakademie gab, nahm er Malunterricht bei bekannten Künstlern an der lokalen Schule.


Später erhielt er ein staatliches Stipendium, das ihn nach Paris und Berlin führte.


Seine frühen Themen waren Existenzangst, Liebe, Krankheit und Tod.


Als eines seiner berühmtesten Bilder gilt „Der Schrei“.1893 malt er die erste farbliche Fassung, der drei weitere bis 1910 folgten. Eine lithographische schwarz/weiß Version erscheint 1895, genannt: „Geschrei“.


Das Bild zeigt eine Figur, geschlechtslos dargestellt, mit einem sich schlängelnden Körper, der Kopf ist überdimensional dargestellt. Die Hände, überlang, umschließen die Ohren. Die Augen sind weit aufgerissen, der Mund zum Schrei geöffnet.


Ein Steg erstreckt sich vom Hintergrund zum vorderen Bereich und verbreitert sich dort. In dem sich verjüngenden Teil finden sich zwei Spaziergänger, Menschen, Gestalten ? Der übrige Teil des Bildes wird eingenommen von dem dynamisch sich aufbauschenden Himmel, davor der Abgrund, erschreckend tief.


Das Bild ist kompositionell auf drei Komponenten bezogen: der personenbezogene Vordergrund, der das untere Drittel des Bildes beherrscht, die diagonale Brücke, die schräg von hinten in den Vordergrund ragt, und der landschaftliche Hintergrund, der gespenstig, farblich und aufwirbelnd gefährlich, abfällt.


Die Aussage des Bildes lautet: Platzangst, Angst.


Edvard Munch: Der Schrei, 1893


Munch hat den Zustand, wie es zu dem Bild kam, selbst beschrieben:

„Ich ging mit zwei Freunden den Weg entlang, als

die Sonne unterging. Der

Himmel wurde plötzlich

blutrot und ich spürte

das große Schreien in

der Natur.“



Später, ab 1920, bis zu seinem Tod, lebte Munch auf Ekely, seinem Landsitz.


Krankheit, Tod und Angst, wurden zu zentralen Themen seiner Kunst.





Edvard Munch: Angst, 1896




Durch eine Ausstellung in Berlin löst er einen Skandal aus – und wird berühmt.


Er bleibt in Berlin und zeichnet dort seinen berühmten Lebensfries: eine Reihe von Werken über Liebe, Angst, Eifersucht, Einsamkeit und Tod.


„Der Schrei“ gehört zum Lebensfries.



Dagmar Radons

radons.fx@gmx.de

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